Details
ISBN/EAN: 978-3-03850-108-4
Einband: Leinen
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Herausgeber:
Thomas Dütsch
Thomas Dütsch
Auflage:
1. Auflage 2026
1. Auflage 2026
Erschienen am:
25.09.2026
25.09.2026
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
220 S.
220 S.
Hersteller:
NIMBUS. Kunst und Bücher
verlag@nimbusbooks.ch
Bürglistr. 38
CH 8820 Wädenswil
Importeur:
GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung Göttingen GmbH & Co. KG
kundenservice@mvb-online.de
Postfach 2021
DE 37010 Göttingen
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Beschreibung
Als im Herbst 1930 im altehrwurdigen Zurcher Verlag Orell Fussli ein schmaler Gedichtband mit dem Titel 'Lächeln auf dem Asphalt' erschien, war das Erstaunen vielerorts groß; hier hatte jemand keine Scheu, als Asphalt-Literat abgetan zu werden, sondern nahm das Stichwort gleich in den Buchtitel auf - nicht plakativ, sondern versonnen lächelnd. Seine Verse ließen den Themenkreis der Naturlyrik, der die Schweizer Dichtung bisher dominiert hatte, leichthin beiseite und sprachen auf einfache Art vom urbanen Alltagsleben, unprätentiös, ja spröde im Ton, zart in der Empfindung. Und der Band war eingefasst von einem Um schlag, der das kippende Luftbild einer Stadt mit der Silhouette eines jungen Mannes montierte. Der Graphiker, der das gestaltet hatte, hieß Max Bill. Dies war die Art, wie Albert Ehrismann mit 22 Jahren debutierte, und er erzielte einen Überraschungserfolg damit; eine zweite Auflage wurde gedruckt und der Zurcher Stadtrat sah sich veranlasst, einen Literaturfonds ins Leben zu rufen, um dem Dichter einen dreimonatigen Aufenthalt in Berlin zu ermöglichen. Wer glaubte, den Autor damit vereinnahmt zu haben, irrte jedoch. Als Ehrismann 1932 seiner militärischen Dienstpflicht nachkommen sollte, weigerte er sich und verwies auf seinen Pazifismus. Die Strafe folgte auf dem Fuß: acht Wochen Gefängnis, Ehrverlust, Auferlegung der Gerichtskosten. Hinter Gittern schrieb Ehrismann seinen zweiten Gedichtband: 'Schiffern und Kapitänen'. 1932 erschien er bei Oprecht mit Originalgraphiken von Eugen Fruh und typographischer Gestaltung von Max Bill, bis heute eine der schönsten Lyrik publikation der Schweiz. Ab diesem Markstein war klar: Ehrismann war der Erneuerer der Schweizer Lyrik auf ihrem Weg in die Moderne. Sein nächster Band folgte erst 1939: 'Sterne von unten'. Im gleichen Jahr entfesselte Hitler den 2. Weltkrieg. Das veränderte die Gewissenslage: Ehrismann wurde Soldat, leistete Aktivdienst und erlitt bei einer Übung eine schwere Verletzung. In seinem Schaffen zeigte er sich davon jedoch unberuhrt und entfaltete weiter seinen Stil: poetisch und humanistisch, engagiert und introvertiert, spielerisch und melacholisch. Aus diesem Werk hat Thomas Dutsch eine Auswahl getroffen, die etwas Besonderes wieder zugänglich macht.
Leseprobe
Unter der Lampe Ist einer schlaflos Zwischen zwei und vier, So steh er auf und wandere Zu mir. Auch ich bin wach. Der Stift in meiner Hand Formt die Geschichte eines Der nicht Ruhe fand. Vielleicht bist du das, Vielleicht bin es ich. Doch zwischen zwei und vier Erwart ich dich. Komm ungesäumt, Sonst kommst du wohl zu spät Ein Falter stirbt, Der in den Tag gerät. Stirb Lampe! Denn nun schlägt es vier. So ist denn keiner schlaflos Ausser mir ? Aus: 'Lächeln auf dem Asphalt'