Das dritte Licht

Einige Verlage können es einfach: Bücher machen, die begeistern - und das nicht nur inhaltlich, sondern durch die Art der Herstellung. Der Göttinger Steidl Verlag gehört zu dieser Gruppe und hat es mit der Neuübersetzung „Das dritte Licht“ bewiesen.

Ein wunderschön gestalteter Leineneinband, der handschmeichlerisch in der Hand liegt, tolles, nicht zu weißes Papier, Seiten, die nicht zu eng bedruckt sind, die das Auge beruhigen. Und dann erst der Text: Die Bookerpreisträgerin von 2022 Claire Keegan bricht dem Lesenden gleich zweimal das Herz: zu Beginn und am Ende des 104 Seiten umfassenden Romans.

Irland in den 80er Jahren- ein kleines Mädchen wird zu Verwandten gebracht, weil ihre Mutter wieder schwanger ist, die Familie froh ist, einen Esser weniger zu verköstigen. Die Zeit, die sie bei den Kinsellas, ihrer Tante und ihrem Onkel verbringt, wird die schönste ihres bisherigen Lebens sein. Sie erfährt Liebe, Zusammenhalt und Fürsorge. All das liest man eher zwischen den Zeilen, erahnt die Gefühle der handelnden Personen. Es gibt in diesem Buch kein Wort zu viel - ein absolutes, lange nachklingendes Leseerlebnis - erst recht für Irlandfans.


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